SIKKIM – KULTURELLES

Mischkultur

 

Kulturell gesehen ist Sikkim ein überaus spannendes Bundesland, da hier ein buntes Völkergemisch herrscht und es "den/die SikkimesIn" nicht gibt. Es heißt, dass wahrscheinlich zuerst die Lepchas angesiedelt haben, die aus südöstlichen Gebieten gekommen sind. Sie gelten als Ureinwohner Sikkims. Kurz danach kamen auch schon die Buthia, die ihren Ursprung in Tibet haben. Ende des 19. Jhdt. wurden aktiv Nepalesen animiert, sich in Sikkim anzusiedeln. So stieg die EinwohnerInzahl von 30.000 in 1891 auf 600.000 in 2011. Dabei machen die Lepchas und Buthias nur noch zusammen ca. 20% aus und die Nepalesen stellen die größte Bevölkerungsgruppe.

 

Sikkim war ab 1641 Königreich, wobei es einige historische Turbulenzen gab, in welchen das Nachbarland Indien oftmals eine Rolle spielte. 1975 trat Sikkim als 22. Bundesstaat Indien bei und der König wurde abgesetzt.

 

Wie Sikkim mit dieser Situation umgeht, ist spannend zu sehen - welche Traditionen gewahrt werden, wie die Kulturen miteinander leben, wie sie zur Regierung stehen usw.

 

Es gibt Gebiete, wo sich die Kulturen stark vermischen und welche, wo überwiegend bestimmte Bevöllkerungsgruppen leben. Um das Leben der Lepchas kennenzulernen, lohnt sich ein Aufenthalt in Dzongu, einem weitläufigem Gebiet nördlich von Gangtok. Hier gibt es Homestays zum übernachten und lokale Führer, die einem viel erzählen können.

Insgesamt läßt sich die Kultur im Alltagsleben am einfachsten erleben, wozu ein Aufenthalt in einem der zahlreichen Dörfer angesagt ist. Sie erleben, wie die Menschen wohnen, wer sich mit was beschäftigt und können in Gesprächen herausfinden, was in der jeweiligen Kultur wichtig ist, welche Traditionen lebendig bleiben und zu welchen Veränderungen die modernen Zeiten geführt haben.

 

In einigen Orten zu einigen Zeiten werden Festivitäten veranstaltet. Auch wenn z.B. das Tourismusfestival in Aritar nach einer "nur-touristischen Veranstaltung" klingt - in 2013 war ich dort einzige Westlerin. Während dieser Festivitäten feiern die Einheimischen ihre kulturelle Vielfalt und freuen sich auch sehr über Besuch. Fragen Sie nach - wir schauen, ob Festivals in Ihre Reisezeit fallen!


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Leben in kleinen Gemeinschaften

 

Sikkim hat 8 Städte und 440 Dörfer. Was liegt da näher, als die Atmosphäre in einem oder mehreren dieser Dörfer zu genießen? Dort erfährt man sehr viel von Sikkim und seiner Bevölkerung.

 

Sikkim fördert sehr den Dorftourismus und wir folgen dem gerne. Seit einigen Jahren gibt es in ausgewählten Dörfern Homestays, Guides und Angebote wie Dorfspaziergänge, Naturwanderungen, Tierbeobachtungen, Schulbesuch, Kulturprogramme (Tanz und Gesang), Spiele, Geschichtenerzählerei, Teilnahme an landwirtschaftlicher Tätigkeit und selbstverständlich Genuss der lokalen Küche.

 

Es gibt Homestays in folgenden nach Distrikten aufgeteilten Dörfern:
Ostsikkim: Pastanga, Zaluk, Tumin, Central Pendam
Südsikkim: Lingee Payong, Maniram, Kewzing, Rong, Jawbari
Westsikkim: Hee-Bermiok, Darap, Yuksom, Uttarey
Nordsikkim: Dzongu, Tingchim, Kabi, Lachen

 

Im Kontakt mit den GastgeberInnen und Guide hat man die Chance, viele Gespräche zu führen, sich Zusammenhänge und Lebensgeschichten erklären zu lassen, Geschichten auszutauschen und gemeinsam etwas zu erleben. Das sind keine "großen Dinge", sondern Begegnungen und Erlebnisse, die sicherlich zu viel Verständnis beitragen und zu angenehmen Erinnerungen werden.

 

Wie das Leben in so einem Völkergemisch funktioniert, wie alte Traditionen mit modernem Leben vermischt werden, welche Änderungen sich in einer Dorfgemeinschaft ergeben haben, wie Entscheidungen getroffen werden, wie sich unkomplizierte Gastfreundschaft anfühlt, das alles können Sie hier erleben.

 

Und Sie können einen Gang herunterfahren und einfach die Seele baumeln lassen. Sich vom ruhigen Tempo der DörflerInnen anstecken lassen und schauen, was auf Sie zukommt, welche Gedanken durch den Kopf strömen, nachspüren, wie sich das Leben für diesen Teil der Welt anfühlt.

Hinduismus, Buddhismus, Bön ...

 

Die meisten SikkimesInnen sind Hindus. Begibt man sich durch das Land, bekommt man allerdings einen anderen Eindruck, da buddhistische Gebetsfahnen überall wehen. Auch sind sehr viel mehr buddhistische Klöster zu besichtigen als hinduistische Tempel.

 

Hinduismus wird mehr im privaten praktiziert. Jedes Haus hat seinen Altar, wo den Gottheiten gehuldigt und zu ihnen gebetet wird. An öffentlichen Tempeln sind folgende zu nennen: Chardam Sai Mandir in Namchi, Sai Mandir in Legship sowie diverse kleine in Gangtok und weiteren Orten.

 

Was dagegen sehr schön und öffentlich abläuft sind Festivitäten - die ganz großen wie Dussehra und Diwali bekommt man überall zu Gesicht, zu Holi hat man in der M.G. Marg in Gangtok viel Spaß und bei kleineren Begebenheiten wie Hanumans Geburtstag ist es eher Glück, eine Prozession vorbeifeiern zu sehen.

 

Dem Buddhismus hängen ca. 35% der Sikkimesen an, hauptsächlich die Lepcha, die Bhutia und die ExiltibeterInnen. Es gibt zahlreiche Klöster über das Land verteilt, die zu einer Besichtigung einladen. Interessanterweise sind sie fast alles Männerklöster, eine Nonne bekommt man sehr selten zu Gesicht. Auch gibt es in Sikkim eine weitere Eigenheit der Mönche: viele führen ein "normales" Leben in einem Haus mit Familie und Arbeit für den Lebensunterhalt - aber wenn Zeremonien angesagt sind, steigen sie in ihre Mönchsrobe und führen diese aus. So scheint es einem manchmal gerade in Dorfklöstern als seien diese unbelebt, aber es gibt immer jemanden, der sich um sie kümmert und Mönche, die über die Lehre Bescheid wissen, die Zeremonien und Rituale ausführen (können).

 

Ein einzigartiges Kloster ist das Bönkloster bei Kewzing.

 

Neben den Klöstern gibt es inzwischen auch riesige Draußenstatuen zu bewundern, eine von Padmasambhava in Samdruptse bei Namchi und eine von Shakyamuni in Ravangla.

 

Auch die BuddhistInnen haben größere Festivitäten wie die Klosterfestivals (Enchey und Ravangla Anfang Dezember, Phodong, Rumtek und Pemayangtse im Februar), Bhumchu-Ritual (Tashiding im Januar), Phang Lhabsol (Gangtok Ende August/Anfang September), Drukpa Teshi (Gangtok und Muguthang Juli o. August) und Buddha Purnima oder auch Saga Dawa genannt (Geburt, Erleuchtung und Tod des Buddha) sowie das tibetische Neujahrsfest Losar. Außerdem gibt es Zeremonien zu Voll- und Neumond in diversen buddhistischen Stätten.

 

Möchten Sie eine oder mehrere dieser Festivitäten in Ihren Reiseplan einbauen? Wir geben Ihnen auf Anfrage gerne das genaue Datum und stellen Ihnen die Reise drumherum zusammen!

 

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch ChristInnen, Sikhs und Moslems anzutreffen sind. Insbesondere in Kalimpong herrscht ein größeres Religionsgemisch und ein Stadtbummel mit all den jeweiligen religiösen Stätten ist eine interessante Sache.

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Leckere Köstlichkeiten

 

Ein Weg sich anderen Kulturen anzunähern führt über den Magen. Einheimische freuen sich, wenn man ihre lokale Küche probiert und Sie selber erweitern Ihre Geschmackserlebnisse. Bei Homestays, in Restaurants - es gibt viele Möglichkeiten, Momos, Thukpa, Khauri, Churpi Ningro Curry, Sissnu-Suppe, Tama Curry und vieles mehr zu probieren.Es gibt auch eine Anzahl verschwiegener Lokale, wo hauptsächlich Einheimische essen - wir nehmen Sie dahin gerne mit! Aber auch die lokalen Getränke wie zumeist selbst gebrautes hirsebasiertes Tongba oder gerstebasiertes Chang sollten probiert werden.

 

Wem so manches gut schmeckt und wer gerne selber den Kochlöffel schwingt, dem arrangieren wir eine Kochlernstunde.

Mit Händen machen

 

In Sikkim wird sehr schönes Kunsthandwerk nach alten Methoden hergestellt. Die Regierung fördert die Bewahrung des Wissens, läßt den KünstlerInnen natürlich aber auch Freiheit in der Weiterentwicklung von Mustern und Produkten. In Dzongu gibt es ein kleines Ausbildungszentrum und in Gangtok ein größeres Handicraft-Centre, wo man bei der Herstellung zuschauen kann. In Gangtok runden ein Museum und ein Shop das Angebot von Teppichknüpferei, Weberei, Holzarbeit, Thangka-Malerei, Stofftier- und Papierherstellung ab.

 

Sie möchten selber gerne eines dieser Handwerke lernen? Mit Experten fachsimpeln? Kontaktieren Sie uns und wir schauen, was wir arrangieren können.

Teatime

 

In Sikkim gibt es nur eine Teeplantage (Timi Tea Garden), aber in der Darjeeling-Gegend sehr viele, die den viel gerühmten Darjeeling-Tee produzieren. Bei einer Teeprobe kann man nicht nur die Unterschiede zwischen Schwarz-, Grün- und Weißtee probieren, sondern insbesondere die verschiedenen Sorten. Es gibt in Darjeeling Teestuben, die Proben anbieten, aber auch auf den Plantagen direkt gibt es diese Möglichkeit. Da fällt einem der Tee-Einkauf leichter (oder man hat eine größere Qual der Wahl...)

 

In einem der alteingesessenen historischen Hotels wie dem Windamere wird ein traditioneller "Afternoon-Tea" mit Sandwiches und Biskuits serviert.

 

Besonders hervorzuheben ist die Makaibari-Teeplantage, eine anthroprosophisch geführte Plantage, die Demeter den Tee liefert. Man kann nicht nur die verschiedenen Sorten probieren, sondern auch die Plantagen besichtigen und bei der Teeherstellung zuschauen. 2015 wurde hier der "Tee des Jahres" produziert, ein wirklich besonders feiner Tee. In Makaibari gibt es Homestays, so dass man einen intensiven Einblick in den gesamten "Organismus" einer historischen Teefirma gewinnen kann.


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ABC und 1+1

 

Und wie wäre es mit einem Schulbesuch? Jeden Morgen sieht man Horden von Kindern in adretten Schuluniformen zu ihren Schulen eilen. Der regierenden Partei ist die Bildung sehr wichtig und sie sorgt dafür, dass auch in staatlichen Schulen in entlegeneren Gegenden die Lehrerschaft anwesend ist (in Indien keine Selbstverständlichkeit) und Qualität durch Weiterbildung aufrecht erhält. In Lepcha-Gegenden ist Lepcha-Unterricht für die Kinder integriert. Es wird eine Mischung aus traditionellem Wissen und modernen Erkenntnissen angestrebt. Alle Schulen sind English Medium Schools, d.h. es wird auf englisch unterrichtet. Auch das Schulmaterial ist auf englisch und von Sikkimesen erstellt worden. Neben sehr vielen staatlichen Schulen gibt es auch einige Privatschulen.

 

In Yuksom gibt es eine Klosterschule, wo wir das Kamerakidz-Projekt durchgeführt haben. Die kleinen Mönche freuen sich besonders über interessierten Besuch. (siehe auch www.kamerakidz.com/sikkimkidz)


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Pulsdiagnose und Kräuterkugeln

 

Bei körperlichen Leiden ist ein Besuch bei einem/r Ärzt/in der tibetischen Medizin hilfreich. Mit Hilfe der Pulsdiagnose wird nach Ungleichgewichten und Störungen im Körper geforscht, die dann mit pflanzlicher Medizin behandelt wird. Die Heilungschancen sind recht hoch mit dieser Methode. Und sie hat einen weiteren Vorteil: entweder die Behandlung schlägt an oder es tut sich nichts, aber nie sind Nebenwirkungen oder Verschlecherungen zu beobachten. Wer kein akutes Leiden hat, kann auch einfach mal nach einem Check-up fragen. Interessant ist ein Besuch und die Erfahrung eines anderen Umgangs mit körperlichen Störungen allemal.

 

Außerdem bieten wir auch einen Kräutersammelspaziergang an. Nahe Gangtok, in Goli Thar, wachsen besonders viele Kräuter, die zur Herstellung von Medizin verwendet werden. Gehen Sie auf Entdeckungstour mit einem Spezialisten!