KIRGISTAN

 

Erst kürzlich entdeckt – und sofort verliebt!

 

Kirgistan vereint viele spannende Aspekte. Uralte Nomadenkultur musste sich in der sowjetischen Zeit verändern, hat aber glücklicherweise nie ihre Wurzeln verloren. Jeden Sommer ziehen viele Familien mit ihren Tieren los und bauen ihre Jurten auf den besten Lagerplätzen auf. Sie sind eher seminomadisch, d.h. im Winter wohnen sie in Dörfern und ziehen nicht weiter umher. Die Bergwelt ist einzigartig schön. 90% des Landes liegt über 1.500 m im Tianshan, Altai- und Pamirgebirge. Dadurch ist nur wenig Landwirtschaft möglich, läßt aber die Viehwirtschaft gedeihen. Es leben nur 6,6 Mio Menschen auf fast 200.000 qkm.

 

Kirgistan stammt von dem Wort „kirkkyz“ = vierzig. D.h. man geht davon aus, dass es 40 Volksstämme gab, die das Volk der KirgisInnen bildeten. Dieses ist auch in der Nationalflagge symbolisiert mit den 40 Strahlen um das Jurtendachsymbol.

 

Die Natur mit den beeindruckenden Bergen, zahlreichen Gletschern, vielen Flüssen, variantenreicher Fauna und Flora ist ein großer Schatz Kirgistans. Allerdings ist die Idylle auch bedroht durch Erdbeben und Gletscherschmelze sowie weiteren Folgen des Klimawandels. Eine Reise bietet jedenfalls eine gute Chance, Natur mit ihren vielen Facetten zu erleben.

 

Mit den Menschen kommt man gut zurecht. Zwar wird sehr wenig englisch gesprochen (russisch ist dagegen sehr weit verbreitet), aber man bemüht sich um Verständnis und Kommunikation. Wir empfehlen definitiv eine dolmetschende Begleitung.

 

Wirtschaftlich hat Kirgistan es nicht leicht. Nach über 120 Jahre russischer Fremdherrschaft muss sich erst eine eigene Ökonomie mit HandelspartnerInnen und Selbstorganisation herausbilden. Viel Geld kommt durch im Ausland lebende und arbeitende KirgisInnen in das Land, man spricht von 25% des BIP. Tourismus ist ein aufstrebender Sektor mit enormem Potential. Nichts ist überlaufen und doch hat es wahnsinnig viel Schönheit zu bieten, Freundlichkeit und reichlich Platz für Entdeckungen.

Unterkunft

Die touristische Infrastruktur ist (noch) nicht sehr fortgeschritten, aber im Prinzip findet sich überall ein sauberes Plätzchen zum Schlafen – ggf. auch Privat. Toll sind die Übernachtungen in Yurten(camps), meistens in besonders schöner Natur gelegen. Auch gibt es Gästehäuser und kleine Hotels an den touristisch wichtigen Orten. Nur größere Sternehotels sind Mangelware.

 

Hier erwähnen wir aber doch schon einen kleinen Haken für manche Reisende: Kirgistan ist ein extrem fleischlastiges Land und VegetarierInnen haben es schwer. Es ist nicht unmöglich, aber es muss einem klar sein, dass es keine Tradition leckerer Gemüsegerichte gibt. Wir bemühen uns natürlich trotzdem um guten Speiseplan.

 

Kultur

Die KirgisInnen haben sich in der langen Sowjetzeit ihre Kultur bewahrt bzw. sie danach wieder an die Oberfläche geholt. Die Nomadenkultur spielt dabei die größte Rolle. Während der Nomadensaison kann man diese auf jeden Fall sehr gut erleben. Gepflegt wurde auch die Adlerjagd – an mehreren Orten ist man bereit für eine Demonstration für die Reisenden. Ebenfalls interessant ist der sonntägliche frühmorgendliche Tiermarkt in Karakol, einem der größten in Zentralasien.

Literarisch wartet Kirgistan mit zwei großen Werken auf: 1. dem Manas-Epos, mit fast 500.000 Versen eines der längsten Epen der Welt.Es gibt öffentliche Darbietungen und auch einen 2021 neu aufgestellten Rekord mit 14 Stunden Rezitation. 2. Tschingis Aitmatov, dessen literarisches Werk in viele Sprachen übersetzt wurde. Im Museum der Geschichte in Bishkek ist ihm ein großer Ausstellungsteil gewidmet.

Auffallend für viele Reisende sind die zahllosen Statuen und Denkmäler. Lassen Sie sich unbedingt die Geschichten von einigen erzählen!

Es gibt eine Art nationale Herrenkopfbedeckung – den Kalpak. Lassen Sie sich auch hierzu Gebräuche und Historie erklären.

Auf dem Kalpak sind Muster/Ornamente, die sich auch auf Kleidung, (Wand)teppichen und Filzen wiederfinden. Die vielen Muster haben unterschiedliche Bedeutungen und Geschichten – es lohnt sich, da tiefer einzusteigen.

 

Trekking

Kirgistan bietet einen große Vielfalt an Trekking- und Wandermöglichkeiten. Tageswanderungen sind von eher kurzen Spaziergängen bis zu langen Tagen möglich. Mehrtagestouren gibt es ab 2 Tagen bis wochenlang. Und dann haben wir auch noch Auswahlmöglichkeiten von Unterkunftsmöglichkeiten (mitgenommenes Zelt oder Yurten und Homestays unterwegs) sowie Fortbewegung (zu Fuß oder zu Pferd). Gepäck wird entweder transportiert oder man trägt die Notwendigkeiten selber und das Großgepäck wird zum Zielort transportiert. Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen und Erwartungen – wir suchen Ihnen etwas Passendes heraus!

 

Islam

Seit dem 10. Jahrhundert ist Kirgistan islamisch geprägt, hat aber noch Einflüsse von früheren Glaubensrichtungen (Schamanismus und Zoroastrismus). Selbstverständlich wurde während der Sowjetzeit auch der Islam eingeschränkt und erstarkt nachfolgend wieder. Zahlreiche Moscheen wurden mit Unterstützung insbes. aus Saudi-Arabien und der Türkei gebaut. Noch sind sie teilweise nicht so sehr mit Leben gefüllt, aber Gebräuche wie Kopftuchtragen und Ramadan einhalten sowie Gebete verbreiten sich immer weiter. Je südlicher, desto offensichtlicher ist der Islam. Wer in anderen islam-dominierten Gegenden gereist ist, wird es in Kirgistan sehr moderat finden. Über 70% der Bevölkerung werden zum Islam gezählt.
Eine Besonderheit sind die Duganen, aus China eingewanderte Muslime, die hier eine neue Heimat gefunden haben, wo sie ihre alten Bräuche weiterhin leben können. Kerngebiet ist in Karakol und Umgebung mit einer sehr speziellen Moschee, leckerem Essen und offenen Türen, d.h. es gibt arrangierte Besuchsmöglichkeiten.

 

Dörfer

Wie in den meisten Ländern unterscheidet sich das Leben in den Dörfern immens von dem in den größeren Städten. Kirgistan hat 25 Städte und sehr viele Dörfer. Nicht nur lässt sich hier leichter die schöne Landschaft erleben, auch kann man das Leben gut einen Gang herunter schalten und sich mit den Aspekten des Dorflebens beschäftigen. Wie geht es den Menschen hier, wie schaut ihr Alltag aus, was beschäftigt sie und wie hat sich das Leben im Vergleich zur Sowjetzeit verändert, wie sind die Strukturen – lauter interessante Fragen, denen man in Muße nachgehen kann.

Ein interessanter Text zu den Dörfern in Kirgistan findet sich hier.

 

Heiße Quellen und Sanatorium

In Kirgistan finden sich diverse Gelegenheiten, in heißen Quellen zu baden. Besonders nach einem Trekkingtag oder in der kühleren/kalten Jahreszeit sind das besondere Genussmomente. Unbedingt Badekleidung auf die Reise mitnehmen!

Ein ganz besonderes Erlebnis ist der Besuch eines Sanatoriums. zu Sowjetzeiten wurden viele errichtet, damit die Arbeitenden sich entspannen und wieder gut zu Kräften kommen konnten. Heute gehen viele KirgisInnen auch noch gerne für einige Tage in ein Sanatorium, um sich um ihre Gesundheit zu kümmern. Empfohlen werden Aufenthalte ab 3 Tagen incl. Arztkonsultation und Anwendungen.

 

Gipfel

Mit 7.134 m ist der Pik Lenin die höchste Erhebung, die man in Kirgistan besteigen kann. Eigentlich gehört er zu Tadschikistan, kann aber auch von Kirgistan bestiegen werden bzw. es gibt auch eine Trekkingtour zum Basislager. Es gibt aber auch noch viele viele andere Gipfel auch eher bei 5.000 m – erzählen Sie uns, was für Erfahrungen und Wünsche Sie haben – wir finden Ihnen den passenden Gipfel dazu!

 

Seen

Der Issyk Kul ist der zweitgrößte (nach dem Titicaca-See) Gebirgssee der Welt und liegt im Osten Kirgistans. An seinem Nordufer befinden sich Strände und Urlaubsorte, wo auch Einheimsiche sehr gerne Urlaub machen. Das Südufer ist weniger ausgebaut, bietet aber ebenfalls viel Interessantes. Die große Stadt Karakol ist im Osten und bietet sich an als Basis für Ausflüge in die Berge, Erkundung der Dunganen-Kultur, Prziwalski-Museum, Petroglyphen und vieles mehr. Hier lässt sich eine gute längere Zeit verbringen – inklusive Seeschwimmen in den wärmeren Monaten.

 

Neben dem großen Issyk Kul wartet Kirgistan mit zahllosen weiteren Seen jeglicher Größe auf. Manche sind nur zu Fuß oder Pferd zu erreichen, zu manchen gelangt man per Auto. Wir versichern Ihnen: es lässt sich kaum eine Zeit in Kirgistan verbringen, wo man nicht mindestens einen der schönen Seen zu Gesicht bekommt. Natürlich bauen wir gerne welche in Ihren Tourplan ein!

 

Bishkek

Bishkek ist Hauptstadt und einzige Millionenstadt Kirgistans (knapp über 1 Mio EinwohnerInnen). Als ehemalige Karawanenstation an der Seidenstraße erlebte der Ort viele Umbenennungen und heißt seit 1991 Bishkek. Bishkek liegt auf 800 m und hat im Süden hoch aufragende Schneeberge. Architektonisch dominiert die Sowjetbauweise: breite Boulevards im Schachbrettmuster, Sowjetblocks, marmorverkleidete öffentliche Gebäude und viele grüne Parks. Neben Cafes und anderen lokalen bietet Bishkek einige interessante Besichtigungen: den quirligen Osh-Bazar, das interessante historische Nationalmuseum, Kultureinrichtungen wie das Opern- und Balletthaus, den großzügigen belebten Ala Too Platz, das Panfilova Vergnügungsgelände, der alte Bahnhof und zahlreiche Parks. Hier lässt es sich gut Zeit verbringen!

 

Unterwegs

Am bequemsten ist natürlich ein (geländegängiges) Auto mit Fahrer, welches einen in die entlegensten Ecken Kirgistans bringt. Die Straßenverhältnisse sind eher herausfordernd mit einigen sehr gut ausgebauten Strecken dazwischen. Es gibt kaum Fahrzeuge ohne Kratzer in der Windschutzscheibe. Spannend und günstig ist die Fortbewegung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Für Überlandstrecken gibt es Sammeltaxen, Marshrutkas (Minibusse) und Busse. Manche fahren zu festen Zeiten feste Strecken, manche starten erst, wenn auch der letzte Platz besetzt ist. In wenigen Fällen halten auf fahrzeugleerer Strecke auf dem Land auch Privatautos, denen man ein geringes Fahrtgeld gibt.Zusammen mit dem Guide empfehlen wir mindestens eine Strecke öffentlich zu reisen.

 

Blog

Von meiner eigenen Reise im Frühjahr 2022 gibt es einen Blog und damit eine gute Möglichkeit, sich einen kleinen Eindruck zu verschaffen:

Blog Kyrgyzstan 2022