MADHYA PRADESH

 

 

Madhya Pradesh wirbt mit dem Slogan „Das Herz Indiens“ – und in der Tat bekommt man hier sehr viele Aspekte Indiens geboten. Es gibt kaum einen vielfältigeren Bundesstaat wie diesen, der so viel „Indien“ in sich vereint. Für eine Einsteigertour oder um eben einen guten Überblick in die vielen Facetten zu bekommen, kann man seine Reise sehr gut auf Madhya Pradesh konzentrieren. Es hat: große Städte (Indore, Bhopal, Jabalpur), berühmte Bauwerke (Khajurao, Gwalior, Sanchi, Orchha), die größte Tigerdichte (u.a. Pench-, Kanha-, Bandhavgarh-, Panna-, Satpura-Nationalparks). wichtige Stätten des Hinduismus (Ujjain, Omkareshwar), Wandergebiete (Satpura u.a.), Volksstämme mit interessanten Kunstformen (Gond , Bhil, Baiga (Art)), alte Felsmalereien (Bimbethka), Stufenbrunnen (Mandu, Chanderi), die größte Moschee Indiens (Bhopal), Dörfer und verlassene Königsstädte (Mandu, Orcha). Touristische Infrastruktur ist gut vorhanden, aber westliche Reisende sind eher weniger anzutreffen.

 

Madhya Pradesh ist nach Rajasthan der zweitgrößte Bundesstaat Indiens und fast so groß wie Deutschland. Außerdem liegt er ziemlich genau in der Mitte Indiens, „Das Herz Indiens“ passt also auch geografisch. Allerdings gilt er auch als einer der ärmsten Bundesstaaten. Es gibt den großen Fluss Narmada, diverse Gebirge (Malwa Hochebene, Vindhya-Gebirge und Satpura Gebirgskette) und nur 2 Millionenstädte: Bhopal und Indore. Die Leute sprechen hindi – und/oder ihre Stammessprache. In Madhya Pradesh lebt nämlich eine große und vielfältige Stammesbevölkerung, darunter Gond, Bhil, Baiga und Korku, deren Alltag eng mit Wald, Landwirtschaft und jahreszeitlichen Rhythmen verbunden ist. Ihre Dörfer bewahren eigene Sprachen, Mythen, Rituale und Kunstformen wie die erzählerische Gond-Malerei, die eher gelebtes Weltverständnis ist.

 

Ob Sie schon Gegenden Indiens kennen oder Erstreisende sind: in Madhya Pradesh bewegen Sie sich in einem Teil Indiens, der selten im Fokus steht, aber strukturell gut bereisbar ist und viel zu bieten hat. Indien ohne touristische Aufgeblasenheit!

 

Hier finden Sie Infos zu verschiedenen Aspekten und Reiseideen, die wir Ihnen in Ihre Reise integrieren können. Es lassen sich unzählige Kombinationen aus Unterkünften, Safaris, Besichtigungen, Begegnungen, Aktivitäten, Gebieten usw. zusammenstellen.

 

Unterwegs

Gwalior ist mit ca. 350 km Entfernung von Delhi als erster interessanter Ort gut per Auto oder Bahn erreichbar. Weiter entfernt liegende Orte haben gute Nachtzugverbindungen – man kann sich also gut einen Flug sparen. Innerhalb Madhya Pradeshs ist es am einfachsten, per Auto von Ort zu Ort zu reisen.

 

Madhya Pradesh bietet einige gute Gelegenheiten von Bootstouren – ob eine gemütliche Fahrt auf dem Upper Lake in Bhopal, eine Bootsafari auf dem Chambal River oder eine Tour auf dem Narmada entweder durch die Marmor Rocks oder entlang der Ghats in Maheshwar.

 

Safaris in den Nationalparks werden mit bequemen kleinen Jeeps unternommen.

 

Unterkunft

Vom 5-Sterne-Hotel über Heritage-Palasthotels, klassische Safari-Lodges und Gästehäusern bis zu lokalen Homestays ist die Unterkunftspalette breit gestreut.

 

Speziell zu erwähnen sind die Unterkünfte des Tourismusverbandes. In Restindien sind diese nicht empfehlenswert, da zu simpel und herunter gewirtschaftet – in Madhya Pradesh dagegen sorgen sie mit ihrem alten Charme für besonderen Indienflair.

 

In besseren Hotels haben Sie auch die Möglichkeit von Spas mit angenehmen offerierten Massagen.

 

Tigerbeobachtungen

Hat Sie das Dschungelbuch begeistert und Sie würden gerne mal zum Entstehungsort? Vorlage für Rudyard Kipling waren die Wälder von Satpura und Kanha. Hier können Sie gut an Kindheitsträume anknüpfen!

 

Madhya Pradesh gilt als Herzland des Tigers. Hier lassen sie sich in mehreren Nationalparks in ihrer natürlichen Umgebung beobachten, darunter Kanha, Bandhavgarh, Pench und Panna. Die Beobachtung erfolgt in der Regel bei geführten Safaris in offenen Geländefahrzeugen, wobei Wildhüter die Tierbewegungen kennen und die Sicherheit gewährleisten. Die Chancen, einen Tiger zu sehen, variieren je nach Jahreszeit, Tageszeit und Verhalten der Tiere; häufig lassen sich auch Spuren, Fährten oder andere Wildtiere erkennen.

 

In den Nationalparks lassen sich neben Tigern auch Elefanten, Leoparden, Lippenbären, verschiedene Hirscharten wie Sambar, Chital und Barasingha sowie Wildschweine und Nilgai beobachten. Vogelarten, Reptilien wie Krokodile und Ghariale sowie kleinere Säugetiere ergänzen die Vielfalt.

 

Die Safaris in den Nationalparks werden über festgelegte Zeitfenster organisiert, um Besucherzahlen zu steuern und die Tiere zu schützen. Üblicherweise gibt es zwei Haupt-Slots pro Tag: einen am frühen Morgen zwischen etwa 6 und 10 Uhr und einen am späten Nachmittag zwischen etwa 15 und 18 Uhr, da die Tiere zu diesen Zeiten am aktivsten sind. Die Slots werden von uns vorab gebucht – dabei kann es zu beliebten Zeiten und Parks schon 2-3 Monate vorab zu Engpässen kommen. In der „Tigernebensaison“ kann auch spontan etwas zu ergattern sein.

 

Bauwerke und UNESCO

Madhya Pradesh kann gleich mit 3 UNESCO-Weltkulturstätten aufwarten: Khajurao, Bhimbetka und Sanchi. Khajurao liegt dicht beieinander mit Orchha und Gwalior, die anderen beiden sind im Umkreis von Bhopal. Dabei ist Khajurao ein Tempelkomplex (bekannt für erotische Darstellungen), Sanchi eine Ansammlung buddhistischer Stupas und Bhimbetka beherbergt prähistorische Höhelnmalereien. Für Abwechslung ist also gesorgt.

 

Weitere alte beeindruckende Bauwerke sind das große Fort in Gwalior, der Palast in Orcha, die verlassenen Ruinen in Mandu und die beeindruckende Taj-ul-Masjid in Bhopal (die größte Moschee Indiens). Daneben gibt es auch unbekanntere interessante Bauwerke wie der Chausath-Yogini-Tempel bei Morena, der die weibliche Kraft verehrt, die Udayagiri-Höhlen mit hinduistischen Felsrelfiefs aus dem 4./5. Jhdt. oder das Ahilya-Fort in Maheshwar, wo man auch nächtigen kann. Wir könnten die Liste noch erweitern – wenn Sie gerne verschwiegenere Bauwerke sehen möchten, bauen wir das gerne in ihre Tourplan ein!

 

hinduistische Tempel

Hinduistische Tempel gibt es in Indien überall. Diese sind nicht immer besonders beeindruckend in ihrer Architektur. Aber es ist immer spannend, die Gläubigen und ihre Rituale zu beobachten. Madhya Pradesh kann hier mit einem besonderen Ort aufwarten: Ujjain. Er gilt insgesamt als einer der heiligsten Orte des Hinduismus. Die Stadt ist einer der sieben traditionellen Moksha-Puris, also Orte, an denen Gläubige spirituelle Befreiung erhoffen. Ihre besondere Stellung ergibt sich aus der Verbindung von Mahakaleshwar als Shiva-Heiligtum (einer der 12 Jyortilingas), der Lage am heiligen Fluss Shipra und der Rolle Ujjains als wiederkehrender Austragungsort der Kumbh Mela, wodurch religiöse Praxis, Zeitrechnung und Pilgertradition hier seit Jahrhunderten zusammenlaufen. Hier ist immer viel los und eine Atmosphäre wie „Varanasi-light“.

 

Ein weiterer der 12 Jyotirlingas befindet sich in Omkareshwar auf einer Insel im Narmada-Fluss. Hier sind ebenfalls viele Pilgernde, aber man hat nicht das chaotische Stadtleben drumherum. Ca. 70 km weiter am Fluss entlang liegt Maheshwar, ein historischer Ort mit vielen Ghats und Tempeln.

 

Zwei Orte gehören zum Ramayana-Epos: Orchha, wo Rama als König verehrt wird und Chitrakoot, eine Pilgerlandschaft aus Schreinen, Flüssen und Wäldern, wo Rama im Exil war. Wichtig ist auch der oben bereits erwähnte Chausath Yogini Tempel bei Morena, wobei es noch zwei weitere im Bundesstaat gibt. Einer ist bei Jabalpur, der andere bei Khajurao.

 

Daneben lohnt sich immer ein Besuch im Tempel „nebenan“.

 

 

Dörfer

Dorfbesuche bereichern Ihre Reise und bieten einen besseren Einblick in Madhya Pradesh. Es leben rund 70% auf dem Land – ein Grund, warum auf einer Madhya-Pradesh-Reise hier unbedingt genauer hingeschaut werden könnte. Und wie macht man das am besten? In einem Homestay! Es gibt mehrere verteilt in der ganzen Region, wo man mehr über Landwirtschaft, lokale Aktivitäten und das Dorfgeflecht bei netten Begegnungen erfahren kann. Ein weiterer Pluspunkt: hier wird die lokale Küche großgeschrieben und kann Spezialitäten auf den Teller bekommen, die Restaurants nicht liefern.

 

Gerade Stammesvölker leben eher in Dörfern – man muss also hier hin, um mehr von deren Lebensweise zu lernen. In Regionen wie Mandla, Dindori, Seoni oder im Satpura-Gebiet lassen sich sehr gut Begegnungen arrangieren.

 

Orchha und Mandu sind beides dorfähnliche Orte mit gleichzeitig großen Sehenswürdigkeiten, eine angenehme Mischung für mehrtägige Aufenthalte.

 

Neben dem Dorfleben lädt die Umgebung auch oft zu Spaziergängen, Wanderungen, Picknicks oder Tierbeobachtungen ein.

 

Ladpura Khas bei Orchha bietet Einblicke in das bundelische Dorfleben und lokale Feste, während Gadarkhedi nahe Sanchi für gemeinschaftlich organisierte Landwirtschaft und nachhaltige Strukturen steht. In Bagh verbinden Homestays den Alltag mit traditionellem Textilhandwerk, und in Dörfern der Satpura-Region wie Madai oder im Umland von Chopna stehen Wald, Fluss und ein ruhiger Lebensrhythmus im Mittelpunkt.

 

Außerdem kann man gerne mal einfach bei „irgendeinem“ Dorf zu halten und loszuziehen – ob mit oder ohne Guide. Es lässt sich immer etwas entdecken und mit Menschen in Kontakt treten.

 

Neben den ganzen „Lern- und Erfahrungsaspekten“ ist ein Dorfaufenthalt auch immer eine gute Gelegenheit, einen langsameren Rhythmus zu genießen, sich an der Einfachheit des Lebens zu erfreuen, zur Ruhe zu kommen und der Natur zu lauschen.

 

Kunst

Indien selber bemüht sich seit einigen Jahren um eine optische Verschönerung durch viele Wandmalereien – das ist sehr schön und auch in Madhya Pradesh hat man viel zu sehen. Dabei nimmt man zT gängige Maltechniken – aber manchmal hat man auch Zeichenformen der indigenen Gemeinschaften. Die haben hier nämlich eine überaus reiche Vielfalt an Stilen und Motiven hervorgebracht.

 

Neben den Malereien im öffentlichen Raum lohnt definitiv der Besuch des Madhya Pradesh Tribal Art Museums in Bhopal, eine sehr gelungene und lebendige Institution, wo nicht nur fertige Malereien und Installationen mit Erläuterungen zu besichtigen sind sondern diese auch stets erweitert werden. Auch in Khajurao gibt es ein tolles Museum (das Adivart Tribal & Folk Art Museum), in welchem man in nachgebauten Häusern die typischen Kunstformen der jeweiligen Stämme anschauen kann.

 

Textilien und Webereien sind nicht ganz so berühmt wie zB im Nachbarstaat Gujarat, aber es gibt auch hier spezielle Handwerkskunst zu sehen wie die Textildrucke aus Bagh und Webereien in Chanderi.

 

Festivals

Neben der alle 12 Jahre statt findenden Kumbh Mela in Ujjain wird Mahashivratri in Ujjain und Omkareshwar ganz groß gefeiert und zieht viele hinduistische Pilgernde an. In Khajurao wird bei einem festival im februar klassischer indischer Tanz zwischen den Ruinen aufgeführt, im Dezember gibt es das Tansen Music Festival in Gwalior (klassische indische Musik) und die Bhil feiern kurz vor Holi ihre Kultur beim Bhagoria Haat Festival im westlichen Teil Madhya Pradeshs. Schwankend in den Daten sind das Karma- und Madai-Festival, beides Feierlichkeiten der Gond-Gemeinschaft. Ertes ist eher im August/September, das andere im Februar angesiedelt.

 

Bei der Reiseplanung empfehlen wir unbedingt zu schauen, ob eines dieser Festivals in die Reisezeit passt. Oder auch ein indienweiter Feiertag wie Diwali, Dussehra, Republic Day, Independence Day oder Holi

 

andere Besonderheiten

Wie oben schon beschrieben ist Madhya Pradesh ein Bundesstaat, der Vielfalt bietet. Ein paar Aspekte haben wir schon aufgezählt, hier sind noch weitere Besonderheiten:

 

Stufenbrunnen

Auch wenn man hier mit keinem Stufenbrunnen aufwarten kann, der es in die Top Ten von Indien gebracht hat, gibt es einige sehenswerte Stufenbrunnen wie zB Champa Baoli in Mandu oder den Rajmati Stepwell bei Chanderi.

 

Jain-Tempel Indore

Der Jain Tempel Kanch Mandir, ein Digambara-Tempel, hat einen Innenraum, der vollständig mit farbigen Glas- und Spiegelflächen verziert ist . Er wurde um 1903 von Sir Seth Hukumchand Jain errichtet und ist in seiner Form einzigartig. Fotografie – wie in allen Jain-Tempeln, leider verboten.

 

Buddhistische Reliquien

In frühbuddhistischer Zeit drang die Religion gut bis Madhya Pradesh vor und es wurden diverse religiöse Stätten errichtet. Allen voran ist das beeindruckende Sanchi auf einem Hügel 50 km von Bhopal entfernt. Aber auch in der Gegend um Sanchi herum sind noch weitere Fundorte von alten Stupas. Daneben gibt es noch weitere interessante Orte: Bagh-Höhlen mit historischen Felsenklöstern, Bharhut in der Satna-Region mit Überresten eiens Stupa-Komplexes und Deorkothar in der Rewa-Region mit weiteren archäologischen Fundstücken.

 

Satpura

Die Satpura-Region mit Nationalpark ist eine landschaftlich beeindruckende bergige Gegend, bestens geeignet für Spaziergänge, Wanderungen und sogar mehrtägige Treks

 

Amarkantak

Amarkantak liegt auf einem Hochplateau und ist bekannt als Quelle der Narmada. Die Region bietet dichte Wälder, sanfte Hügel und Wasserfälle, die sich gut für Tageswanderungen eignen. Dabei lassen sich zudem zahlreiche kleine und größere Tempel und Pilgerpfade erkunden, die Einblick in die spirituelle Bedeutung des Ortes geben.

 

Raneh Wasserfälle

Ganz in der Nähe von Khajurao ist der Fluss Ken mit einer sehr speziellen Wasserfall-Landschaft – ein guter Ort für einen Ausflug!.

 

Wenn Sie von weiteren Orten, Aktivitäten, Attraktionen lesen, sehen, hören und diese gerne in Ihre Reise eingebaut haben möchten: machen wir!