KASCHMIR

 

Kaschmir, das ehemalige Urlaubsparadies von Kolonial-BritInnen, Flitterwochnern, Hippies und allen anderen, ist durch Unruhen leider nur noch beschränkt bereisbar. Eine kleine Region im größeren Umkreis von der Hauptstadt Srinagar bietet Kultur, Natur, Berge, Wander- und Wintersport. Ja, manchmal ist auch das nicht möglich, dann ist Kaschmir wieder Tabuzone für den Tourismus. Aber für die Zeiten, wo es offen ist, stellen wir hier die relevanten Reiseinformationen zur Verfügung. Stand Anfang 2026 ist es bereits seit mehreren Jahren eine überwiegend friedliche Reisedestination.

 

Kaschmir hat eine sehr lange Grenze mit Pakistan – die Region ist tabu für westliche Reisende. Aber auch schon die Kernregion bietet so viel landschaftliche Schönheit, freundliche Menschen und interessante Kultur, dass sich eine Reise unbedingt lohnt. Wer dann auch noch gerne (über mehrere Tage) wandern geht, wird begeistert sein. Egal, ob Sie Kaschmir als einzige Destination ansteuern oder in Verbindung mit Amritsar, Orten in Himachal Pradesh, Jammu, Punjab und/oder Ladakh – die Gegend lohnt sich.

 

Kaschmir ist auf ca. 15.000 qkm Heimat für rund 7 Mio Menschen mit einer Durchschnittshöhe von ca. 1.700 m. Im Prinzip können Sie das ganze Jahr nach Kaschmir reisen: im Winter lockt Wintersport in Gulmarg, im Frühjahr (April/Mai) ist die Obstblüte und die Almenblumen blühen (wegen Schnee kann aber noch nicht in die Höhenlagen gewandert werden), im Sommer (Juni-August) sind beste Temperaturen (allerdings gelegentliche Niederschläge) und im Herbst (September/Oktober) ist die beste Reisezeit mit goldenen Blättern, Reisernte und klarer Sicht.

 

Untenstehend stellen wir einige Themen kurz dar, die für einen Aufenthalt in Kaschmir von Interesse sein können. Weitere Informationen liefern wir Ihnen gerne – sind doch unsere Kollegen direkt vor Ort und halten uns stets auf dem Laufenden!

 

An- und Rumkommen

Srinagar hat einen Flughafen, der recht häufig von Delhi angeflogen wird und seltener von Jammu und Chandigarh. Die Straße ab Delhi ist mit 8-900 km sehr lang und nicht sehr spannend. Auch gibt es wenige Orte zwischendrin, die sich lohnen zu besichtigen (außer Amritsar, was aber auch einen Abstecher bedeuten würde). Wer nicht fliegen mag, hat noch die Möglichkeit mit dem (Nacht)Zug nach Jammu zu reisen und danach per Auto nach Srinagar zu fahren.

 

Oder man reist nicht von Delhi aus an sondern von Leh/Ladakh. Das bedeutet zwar auch eine Zwei-Tages-Fahrt mit dem Auto – aber die Strecke ist spektakulär und lohnt sich sehr.

 

Innerhalb von Kaschmir ist das Auto das beste Fortbewegungsmittel – und auf dem Dal-See in Srinagar die Shikara.

 

Unterkunft

In der Hauptstadt Srinagar ist prinzipiell der Aufenthalt auf einem Hausboot die passendste Übernachtungsmöglichkeit. Ansonsten wählen Sie gerne zwischen schickeren Hotels, gemütlichen Gästehäusern und einigen netten lokalen Homestays. Im Winter empfehlen wir nur Unterkünfte mit Zimmerheizung – es gibt sie!

 

Kultur

Durch die Dominanz des Islam erleben Sie hier eine Kultur, die sich vom hinduistischen Indien unterscheidet. Moscheen statt Tempel dominieren die religiöse Landschaft. Trotzdem gibt es auch sehr interessante Orte des Hinduismus, allen voran die Shiva geweihte Amarnath-Höhle, die jedoch nur zur Pilgerzeit geöffnet ist. Dafür reizt der alte Naranag-Tempelkomplex aus dem 8. Jhdt. bei Sonamarg. Neben der wunderschönen Natur gibt es auch prachtvoll angelegte Gärten der Moghul-Herrscher, die zu Spaziergängen einladen. Handwerkskunst wird – wie überall in Indien – auch hier groß geschrieben, dabei sind die lackierten Papiermaché-Gegenstände eine hiesige Spezialität. Aber auch die Holzschnitzereien sind beachtlich und schön anzuschauen. Kaschmirwollverarbeitung ist hier natürlich auch ein großes Thema.

 

Srinagar

Srinagar als Hauptstadt mit etwas unter 2 Mio EinwohnerInnen.Schon die alten BritInnen liebten die Gegend und starteten hier Hausboottouren und wohnten auf welchen (Grundbesitz war für sie verboten, also wichen sie auf das Wasser aus). Diese Hausboote dienen heute als Übernachtungserlebnis. Die beiden Seen Dal und Nagin dominieren die Srinagar und Umgebung. Auf dem Wasser findet viel statt – man fährt mit Shikaras (für TouristInnen) und kleinen Booten (meist zum Transport und zum Handel) auf dem See umher. Hier findet nicht nur der frühmorgendliche schwimmende Markt statt, auch die schwimmenden Gärten, d.h. kleinen rechteckige Inseln aus Schilf und Erde dienen dem Gemüseanbau, sind sehenswert.

 

Srinagar hat eine sehenswerte Altstadt mit prachtvollen Holzhäusern, einem lebendigen Handwerkerviertel und interessanten Moscheen, z.B. die Jamia Masjid aus dem 14. Jhdt., die ganz ohne Nägel erbaut wurde, und die Khanqah-e-Moula, ein bedeutender Sufi-Schrein mit bunt bemaltem Holz. Etwas weiter außen ist der Hazratbal-Shrine, ein spirituelles Zentrum am Dal-See.

 

Und zu guter Letzt empfehlen wir eine Tour zum Shankaracharya-Tempel auf einem Hügel von dem man einen tollen Blick über Srinagar und Umgebung hat.

 

Wandern/Trekking

Kaschmir ist Trekkingparadies. Seen, Almenwiesen, schroffe Gipfel, sanfte Täler und sprudelnde Flüsse bieten die beste Kulisse für eine große Auswahl an Mehrtagestreks zwischen 3 und 13 Tagen. Gewandert wird mit Tragetieren oder Trägern, übernachtet in Zelten. Die großen Klassiker sind der Great Lakes Trek (6 Tage) und der Tsasar-Masar-Trek (7 Tage), die auch verbunden werden können.. Daneben gibt es weitere Möglichkeiten mit unterschiedlichen Längen, Höhenmetern usw. Sagen Sie uns Ihre Rahmenbedingungen – wir finden Ihnen den passendsten Trek!

 

Wer keine Lust hat auf Zeltnächte, sich aber trotzdem gerne auf seinen 2 Beinen durch die Natur bewegt, hat viele Möglichkeiten von Tageswanderungen. Naranag und Lidder-Tal sind hier die gängigsten Destinationen, aber es gibt auch weitere Möglichkeiten in dieser großartigen Landschaft.

 

Winter(sport)

Skifahren und Snowboarden in Indien klingt absurd? Ist es aber nicht, sondern eine tolle Erfahrung mit interessanten Möglichkeiten. In Kaschmir ist Gulmarg mit einer Gondel, einem Sessel- und einem Tellerlift ein richtiges Skigebiet entstanden. Die längste Abfahrt ist 13-14 km lang und überwindet 1.330 m Höhenunterschied. Die größte Attraktivität sind aber die vielen Möglichkeiten von  Off-Pisten-Touren mit Pulverschneeabfahrten. Und wo kann man sonst beim Skifahren Blicke auf Nanga Parbat und andere Himalaya-Riesen erhaschen? International wird das Gebiet bei Snowboardern und SkifahrerInnen immer beliebter.

 

Wer gerne die winterlichen Berge erlebt, aber nicht Ski oder Snowboard fährt, kann hier auch gut rodeln oder Winterwanderungen unternehmen. Zur Bergstation der Gondola auf fast 4.000 m mit einem tollen Blick auf die Berge kann man auch ohne Wintersportausrüstung fahren.

 

Die Anfahrt mit Flug über Srinagar, Taxifahrt bis Tangmarg und ab da sind die letzten 10 km nur mit Schneeketten oder Vierradantrieb zu bewältigen. In Gulmarg selber kann man gut zu Fuß unterwegs sein.

 

 

Gulmarg, Sonamarg, Pahalgam usw.

Neben Gulmarg gibt es nicht soooo viele Orte in Kaschmir, die momentan leicht zu besuchen sind.

 

Gulmarg ist nicht nur Wintersportdestination sondern auch gut in den schneefreien Monaten zu besuchen – die Landschaft ist einfach schön und mit der Gondola hat man eine einfache Möglichkeit, weit nach oben zu fahren und von dort eine beste Aussicht zu genießen.

 

Pahalgam liegt südlich von Srinagar am klaren Lidder-Fluss in einer eher sanften Berglandschaft. Naturgenuss wird hier groß geschrieben. Die einladende Umgebung kann man gut bei diversen Wanderungen, Spaziergängen oder auch beim River-Rafting genießen.

 

Sonamarg, das „Goldene Tal“, liegt nordöstlich von Srinagar. Schon die Anfahrt führt durch eine zunehmend alpine Landschaft: enge Schluchten, Gletscherbäche und kahle Berghänge bestimmen das Bild. Neben dem Naranag-Tempel bestimmen auch hier Natur- und Landschaftserlebnisse den Aufenthalt. Hier lässt es sich gut wandern, zB bis zum Thajiwas Gletscher. Außerdem bietet Sonamarg einen prima Stopp auf dem Weg nach Ladakh.

 

Unterwegs stoßen Sie auf Safranfelder, Apfelbäume (die Äpfel aus Kaschmir sind im ganzen Land beliebt) und Walnussbäume – und im Herbst können Sie auf heimkehrende Bakarwal-Nomaden mit ihren großen Schaf- und Ziegenherden treffen.

 

Fahrt nach Leh

Von Kashmir bietet sich an, nach Ladakh weiter zu reisen. Für die 430 km lange Strecke von Srinagar nach Leh sollte man mindestens 2 Tage einplanen. Die Strecke ist spektakulär, wie sich die Straße von den grünen Bergen Kaschmirs hinauf zum Zoji-la Pass schraubt und danach in eine trockene Hochgebirgswüste übergeht. Auch ist der Wechsel von Islam zu Buddhismus interessant. Es liegen so viele interessante und schöne Orte an der Strecke, Sonamarg in Kaschmir, der kälteste Ort der Region Dras, das moslemische Kargil und das malerischste Dorf Ladakhs: Lamayuru. In Kargil könnte man auch nach Padum in Zanskar abbiegen. Im Prinzip stehen einem hier viele Möglichkeiten offen, wohin die Reise führt. Dabei ist es fast egal, was man wählt: es ist alles großartig!