Tierbeobachtungen

Indien und Nepal sind reich an vielfältiger Tierwelt, von majestätischen Tigern bis zu seltenen Schneeleoparden. In den Nationalparks beider Länder lassen sich zahlreiche Tierarten auf Safaris beobachten, darunter verschiedene Großkatzen, Affen und Panzernashörner. Wir warnen aber bereits vorab: Es ist definitiv nicht wie in Afrika! Die Tiere laufen selten „en Masse“ vor der Fotolinse herum, man muss sie wirklich suchen.

 

Erinnern Sie sich an das Dschungelbuch? Haben Sie sich mal gefragt, ob man dahin kann, wo es spielt? Man kann! Das Dschungelbuch entstand in Indien im Bundesstaat Madhya Pradesh. Die Geschichten sind spezifisch in der Region um die Seoni-Hügelund den Wainganga-Fluss angesiedelt. Der heutige Pench Nationalpark sowie der nahegelegene Kanha Nationalpark gelten als die realen Schauplätze und Inspiration für Kiplings Werk.

 

Abgesehen vom Dschungelbuch, hat der Pench-Nationalpark noch eine Besonderheit zu bieten: eine Trekkingtour in der Buffer Zone. Die üblichen Tiger- und Leoparden kann man hier eher nicht sichten, aber sehr viele andere Tiere. Man schläft in Zelten und ist zu Fuß unterwegs – eine ganz andere Art, den Nationalpark zu erleben!

 

Neben den Großtieren ist auch die Vogelbeobachtung in beiden Ländern ein Erlebnis, da viele endemische Arten in den Wäldern und Feuchtgebieten leben. Aber auch das ganze Himalayagebiet lässt einen viele interessante Vögel erspähen.

 

Tiger

Mit weit über 3.500 Tigern sind 75% der Weltpopulation in Indien beheimatet. Sie leben fast alle in sogenannten Tiger-Reservaten, dh Schutzgebieten, die oftmals aus Kern- und Bufferzonen bestehen. Davon gibt es 58 in Indien, einige davon bekannter und beliebt für Safaris. Durch unterschiedliche Parkgrößen mit unterschiedlichen Tigerpopulationen sind auch die Sichtungschancen unterschiedlich. Weit oben rangieren definitiv Ranthambore (Rajasthan), Bandavgarh, Kanha und Pench in Madhya Pradesh, Jim Corbett (Uttarakhand) und Tadoba (Maharashtra). Ganz speziell sind die Sundarbans, die auch noch eine einzigartige Mangrovenlandschaft bieten.

 

Nicht nur der Park spielt eine wichtige Rolle bei den Sichtungschancen – auch die Jahreszeit. Nach dem Monsun gibt es viele volle Teiche und Wasserstellen, d.h. die Tiere verteilen sich weiter. Im Vormonsun gibt es weniger Wasserstellen, die man gezielter ansteuern kann. Leider ist es im Vormonsun auch am heißesten in Indien.

 

Viele Parks haben sogenannte Slots, in denen man eine Safari buchen kann. Die Nachfrage ist hier so groß, dass wenn alle einfach fahren könnten, die Unruhe zu groß ist. Somit muss man oft sehr zeitig buchen, wenn neue Slots geöffnet werden. Üblicherweise fahren Jeeps für bis zu 6 Personen und große Canterfahrzeuge, auf die ca. 20 Leute passen. Wir bevorzugen die Jeeps. Bitte sprechen Sie mit uns, wann, wo und in welcher Form wir Ihnen die besten Tigersafaris anbieten können!

 

In Nepal gibt es auch Tiger, aber wesentlich weniger. Die Population hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich vermehrt, ist aber „nur“ bei höchstens 400 Tieren. Diese verteilen sich auf einige Nationalparks, am besten sind die Sichtungschancen im Bardiya und Chitwan Nationalpark. Tigersichtungen sind also schwieriger, dafür sind die Parks schön und man kann ja auch noch andere Tiere sehen. Von daher empfehlen wir auch Safaris in Nepal – aber das Tigersichtungsglück ist doch geringer als in Indien.

 

Löwen

Die einzigen Löwen in Asien leben in Indien! Und zwar in Gujarat im Sasan Gir Nationalpark und drum herum. Hier befinden sich fast 900 Löwen. Im Nationalpark werden Safaris in Jeeps angeboten. Ende des 19. Jhdt. waren die Löwen durch intensive Jagd, Lebensraumverlust und Rückgang der Beutetiere mit nur noch 20-30 Tieren fast ausgestorben. Die Maßnahmen des Nawab von Junagadh, die die Löwen unter Schutz stellten, ist eine Erfolgsgeschichte – wie man an der heutigen Population sieht.

 

Entweder inkludieren Sie einen Löwenbesuch in ihre Gujarat-Tour oder verbinden ihn mit weiteren Tierbeobachtungen z.B. bei den Leoparden und Tigern in Rajasthan und Madhya Pradesh.

 

Panzernashorn

Das Panzernashorn sichtet man in Indien und Nepal gleichermaßen. Gemeinsam beträgt ihre Population mehr als 4.000 Tiere (2025). Das ist ebenfalls ein deutlicher Anstieg gegenüber früheren Jahrzehnten. Wilderer haben (weiterhin) ein Interesse an den Hörnern, heutzutage ist das Wildern aber deutlicher eingedämmt worden.

 

Im Kaziranga Nationalpark in Assam hat den größten Bestand und man sichtet immer Tiere – ob frühmorgendlich vom Elefantenrücken oder später vom Jeep aus. Der Chitwan-Nationalpark bietet in Nepal gute Sichtungschancen. Hier bemüht man sich um weitere Verteilung der Tiere in andere Schutzräume um deren Bestand besser zu sichern und zu erweitern.

 

Elefanten

Indien beherbergt mit ca. 30.000 Tieren ungefähr die Hälfte des Weltbestandes an Elefanten. Diese sind recht gut verteilt mit Schwerpunkten in Kerala (Periyar, Nagarhole und Bandipur), Assam (Kaziranga, Manas) und Uttarakhand (Jim Corbett) und leben dort frei. Über 3.000 Tiere werden von Menschen genutzt als Arbeitselefanten, Touristenattraktionen oder als segnende Tempelelefanten.

 

In Nepal ist der Bestand wesentlich geringer – hier sieht man nur mit großem Glück Elefanten in freier Wildbahn.

 

Safaris auf dem Elefantenrücken werden angeboten und kontrovers diskutiert. Elefanten tragen ja nicht prinzipiell gerne Menschen durch die Gegend. Andererseits fühlt man sich auf dem Elefanten mehr „in der Natur“ als von einem Jeep aus. Es gibt Orte, wo der Einsatz von Elefantensafaris „nicht so schlimm“ ist wie an anderen Orten – z.B. müssen die Elefanten nur eine kurze Zeitspanne frühmorgens Touristen herumtragen. Im Chitwan NP in Nepal dagegen sieht das Elefantenleben nicht ganz so angenehm aus. Wir überlassen Ihnen die Wahl, ob sie das mitmachen möchten oder nicht.

 

(Schnee)-Leopard

Leopard = Leopard? Nein, keineswegs, auch nicht in Indien. Wir unterscheiden hier den indischen Leoparden mit über 13.000 Tieren, die hauptsächlich in Madhya Pradesh, Maharashtra, Karnataka, Tamil Nadu und Rajasthan zu finden sind – und den Schneeleoparden, dessen über 700 Tiere im Hochgebirge leben, hauptsächlich in Ladakh.

 

Den indischen Leoparden sichtet man entweder auf einer Safari in den Nationalparks, wo man auch auf Tigersichtung fährt (sie haben oft denselben Lebensraum). oder ganz speziell in der Jawai-Region in Rajasthan, wo sie ohne Nationalpark in guter Koexistenz mit den dortigen Dorfbevölkerungen leben. Hier wohnen 50-60 Leoparden, die Sichtungschancen werden als gut eingestuft. Abgesehen davon ist aber auch die Landschaft mit größeren Felsen toll. Im selben Bundesstaat ist auch die Leopard-Conservation-Area in Jhalana bei Jaipur, wo man recht gute Sichtungschancen hat.

 

Der Schneeleopard hat in Ladakh eine Erfolgsgeschichte vorzuweisen. Seit über 25 Jahren ist man besorgt über seine Dezimierung und setzt sich vermehrt um den Schutz ein. Das beinhaltet diverse Maßnahmen der Scnowleopard Conservancy – India Trust. Da sich nicht nur die Population wieder vermehrt hat (es sind inzwischen fast 500 Tiere, 2025) sondern auch die Bevölkerung gut zusammen arbeitet und immer besser wird in der Sichtung und sich gegenseitig informiert, sind hier die Sichtungschancen exzellent. Interessant ist auch die Spiti-Gegend, die man per Straße über Shimla erreicht – hier sind zwar weniger Tiere, aber auch das Areal ist wesentlich kleiner und es kommen weniger Menschen. Man hat es noch etwas „heimeliger“.

 

Leoparden beider Gattungen gibt es auch in Nepal, aber man geht selten speziell auf Sichtungssafari.

Roter Panda

Der rote Panda ist das Nationaltier von Sikkim – und sehr schwer zu sichten. Sie leben im östlichen Himalayagebiet in bambusreichen kühlen Regenwäldern. Der rote Panda gilt als stark gefährdet, da seine Lebensbedingungen sehr schwierig sind. Abgeholzte Wälder, Wilderer und streunende Hunde dezimieren den Bestand. Die Grenzregion Nepal/Indien bei der Singalila-Ridge ist die Gegend, wo man am ehesten Sichtungs-Chancen hat und wo wir auch Beobachtungstouren durchführen. Selbstverständlich gibt es keine Sichtungsgarantie, aber es bestehen durchaus Chancen, da die Guides gutes Wissen haben, wie sie welche aufspüren können. Oktober/November und März/April sind nicht nur wetterbedingt die angenehmsten Monate sondern auch die, wo die Tiere am ehesten zu sichten sind.

 

Vögel

Es gibt über 1300 Vogelarten allein in Indien, 80-90 davon sind endemisch. Überall gibt es Leute, die sich auf Vögel spezialisiert haben – eine Beobachtungstour besonders am frühen Morgen ist ein besonderes Erlebnis. Es gibt mit Keoladeo in Rajasthan einen ganz speziellen Park mit besonderer Dichte an verschiedensten Vögeln und am Chilika-See in Odisha eine riesige Lagune mit Flamingos, Limikolen und Greifvögeln. Der Schwarzneckkranich ist der Nationalvogel von Ladakh. Die Demoiselle-Kraniche überwintern in Phalodi in Rajasthan. Es gibt auch sehr selten zu sichtende Vogelarten, die vom Aussterben bedroht sind wie Hindutrappe, Barttrappe oder Weißflügelente. Aber egal, ob Sie in ausgesprochene Vogelbeobachtungsgebiete reisen oder nicht – eine Beobachtungstour können wir Ihnen so gut wie immer in den Tourplan einbauen.

 

Auch Nepal werden interessante Vogelbeobachtungstouren angeboten – ob im Tiefland des Chitwan Nationalparks, in mittleren Höhen um Kathmandu (insbes. Nagarkot) oder auch in hohen Höhen wie im Annapurna-Gebiet. Ganz speziell ist der Koshi Tappu Nationalpark im Südosten zu erwähnen, der mit über 440 Vogelarten ein Beobachtungsparadies ist.