Festivals – und andere Feierlichkeiten

Indien feiert gerne – und viel! Feste und Feiertage haben einen besonders hohen Stellenwert im gesellschaftlichen Leben. Aufgrund der religiösen und kulturellen Vielfalt des Landes werden das ganze Jahr über zahlreiche Feierlichkeiten begangen. Sie spiegeln die Traditionen des Hinduismus, Islam, Christentums, Sikhismus, Buddhismus und weiterer Glaubensrichtungen wider und sind oft eng mit Mythen, Jahreszeiten oder historischen Ereignissen verbunden.

 

Es gibt so viele verschiedene Feierlichkeiten, wir zählen Ihnen hier nur ein paar auf. Da es mehr gibt, fällt in Ihre Reisezeit wahrscheinlich auch etwas – lassen Sie uns schauen, ob und wie wir ein Fest integrieren können. Gäste werden nämlich sehr gerne gesehen und Sie haben die Chance, einen weiteren Aspekt der vielfältigen Kultur Indiens kennenzulernen.

 

In den anderen Destinationen wird selbstverständlich auch gefeiert. Es spränge allerdings die Webseite, würden wir auf alles eingehen. Von daher bleiben wir hier beispielhaft bei Indien. Aber seien Sie gewiss: bei den anderen Destinationen berücksichtigen wir nach Wunsch selbstverständlich ebenfalls statt findende Feierlichkeiten! Als Stichworte nennen wir hier: Kumbh Mela, Makar Sankranti (Kite Festival), Shivratri, Pongal (Erntedankfest in Tamil Nadu), Eid (in islamischen Regionen) und Gandhis Geburtstag am 2. Oktober.

 

Independance  und Republic Day

26. Januar und 15. August

 

Der indische Unabhängigkeitstag wird am 15. August überall im Land gefeiert. Üblicherweise werden auf zentralen Plätzen oder in Schulen Feiern mit Tanzvorführungen und kleinen Paraden zelebriert. Sie sind immer herzlich eingeladen, dabei zuzuschauen. Lange unter der Kolonialherrschaft gelitten ist man in Indien besonders stolz, eine eigene Nation auf die Füße gestellt zu haben – und zelebriert das an diesem Tag mit großem Enthusiasmus.

 

Am 26.1. ist der Republic Day, d.h. der Tag, an dem die indische Verfassung in Kraft trat (also erst ein halbes Jahr nach der Unabhängigkeit). An diesem Tag zieht eine Parade mit Wagen und Tänzen sowie militärischen Vorführungen den Kartavya Path in Delhi entlang – und die halbe Nation hockt vor dem Fernseher, um sich das Spektakel anzuschauen. Außerdem werden überall weitere lokale Feierlichkeiten mit Paraden, Tänzen und Reden begangen.

 

An beiden Tagen ist die Flaggenzeremonie ein wichtiges Element.

 

Holi

Anfang März

Holi, das „Fest der Farben“, wird im Frühling gefeiert. Menschen bewerfen sich mit buntem Pulver und Wasser, tanzen und feiern gemeinsam. Das Fest symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse und markiert zugleich den Beginn des Frühlings.

 

Holi wird im Norden ausgiebiger gefeiert als im Süden, Hochburgen sind Mathura/Vrindavan und Barsana in Uttar Pradesh sowie Jaipur und Udaipur in Rajasthan. Sehr intensiv ist es natürlich auch in Varanasi. An diesem Tag Anfang März ist Ausnahmezustand angesagt.

 

Entweder kaufen Sie sich vor Ort günstige Kleidung oder nehmen etwas Altes von daheim mit – ausgewaschen bekommt man die Farben nämlich meistens nicht. Dann besorgen Sie sich noch etwas Farbpulver und auf gehts!

 

In Nepal wird Holi auch gefeiert, allerdings bekommt man davon nicht sooo viel mit. Wer zu der zeit in Indien reist und da so gar nicht mittun mag: kein Problem – wir stellen den Tourplan so auf, dass Sie nicht in die heftigen Feierlichkeiten geraten.

 

Diwali

Oktober/November

Diwali ist wie Weihnachten und Silvester zusammen. Diwali, das Lichterfest, ist eines der wichtigsten hinduistischen Feste. Häuser werden gesäubert, mit Öllampen und Lichterketten geschmückt, es gibt neue Kleidung, Feuerwerke und Süßigkeiten. Diwali steht für Licht, Hoffnung und den Triumph des Lichts über die Dunkelheit.

 

Nach der Legende kehrte Lord Rama nach 14 Jahren der Verbannung, in denen er den Dämonenkönig Ravana besiegte, gemeinsam mit seiner Frau Sita und seinem Bruder Lakshmana in seine Heimatstadt Ayodhya zurück. Die Bewohner entlang des Weges geleiteten sie mit Öllampen (Diyas), die den Weg erleuchteten und Straßen und Häuser wurden festlich geschmückt – ein Brauch, der bis heute bei Diwali fortgesetzt wird.

 

Es gibt noch eine zweite wichtige Ebene bei Diwali: Lakshmi. Das ist die Göttin des Wohlstands und Glücks. Und diese wird an diesem Tag in die Häuser gelockt, indem man kleine Fußaufkleber in den Eingang klebt. Die angezündeten Lichter sind auch für sie – zusätzlich mit einer speziellen Puja. In manchen Gegenden Indiens starten Geschäftsleute das neue Jahr.

 

In Nepal gibt es mit dem Tihar-Fest ein Äquivalent. Es dauert allerdings 5 Tage und betont mehr den Lakshmi-Aspekt sowie familiäre Verbundenheit.

 

Auch wenn man die Einkäufe und Aufregung vorher, die Lichter am Abend und das Feuerwerk in der Nacht sowieso mitbekommt – am schönsten ist Diwali mit Familienanschluss. Vielleicht können wir es auf Ihrer Reise arrangieren!

 

Dussehra

Oktober

Dussehra ist ebenfalls ein bedeutendes hinduistisches Fest, das den Sieg des Guten über das Böse symbolisiert. Es markiert den Abschluss der neuntägigen Navaratri-Feierlichkeiten und wird im Herbst (September/Oktober) begangen. Es gilt als besonders glückverheißender Tag, um neue Projekte zu beginnen oder wichtige Entscheidungen zu treffen.

 

Auch Dussehra hat unterschiedliche Ausprägungen in den Gegenden Indiens. Im Nordwesten  sind die Höhepunkte öffentliche Aufführungen des Ramlila (Theaterstücke zur Rama-Geschichte) und das feierliche Verbrennen riesiger Ravana-Figuren, oft zusammen mit denen seiner Brüder. Im Nordosten steht der Sieg der Göttin Durga über den Dämon Mahishasura im Mittelpunkt. Hier fällt Dussehra mit dem Ende der großen Durga-Puja-Feier zusammen.

 

Ausnahme im Nordwesten ist das Kullu-Tal in Himachal Pradesh. Das zentrale Element ist die feierliche Prozession lokaler Dorf- und Regionalgottheiten. Hunderte von kleinen Tempelgöttern (Devtas) aus dem ganzen Kullu-Tal werden in reich geschmückten Sänften nach Kullu getragen. Sie versammeln sich auf dem Dhalpur-Maidan, dem großen Festplatz der Stadt. Im Mittelpunkt steht die Verehrung von Raghunath (eine lokale Form von Rama), der als Hauptgottheit des Tals gilt. Er sitzt auf einem großen hölzernen Wagen, der von zahlreichen Männern per Seil gezogen wird. Wer also etwas Besonderes erleben möchte, sollte zu Dussehra im Kullu-Tal reisen!

 

In Nepal heißt Dussehra Dashain, dauert 15 Tage und verbindet mehrere religiöse Ebenen. Im Mittelpunkt steht wie iNordostindien vor allem der Sieg der Göttin Durga. Auch hier symbolisiert das Fest den Triumph des Guten über das Böse, doch in Nepal ist der familiäre und staatliche Charakter noch stärker ausgeprägt. Hier werden auch vielerorts noch Tiere geopfert. Es wird dann allerdings nicht „verschwendet“ – das Fleisch wird anschließend in der Familie oder Gemeinschaft gemeinsam verzehrt. Dadurch verbindet sich religiöses Ritual mit festlichem Essen.

 

Losar

Dezember/Januar

In Ladakh wird Losar (Neujahr) zum Jahresende hin gefeiert. Der Lauf der Jungen mit Feuerbällen den Palastberg hinunter und die Stadt hinaus ist der Startpunkt für die ca. 1 Woche dauernden Feierlichkeiten. In den Dörfern haben sich verschiedene traditionelle Zeremonien gehalten, die man auch weiter durchführt. Dabei wird im Prinzip das Schlechte aus dem alten Jahr hinaus gejagt damit Platz ist, das neue Gute willkommen zu heißen. Von Appu und Appi, den beiden Alten über Nakpo und Karpo (der Schwarze und der Weiße) bis zu Pferderennen und einem Bad im eiskalten Fluss wird das Jahr verabschiedet – immer auch mit Musik und Tanz.

 

Gerne können Sie bei verschiedenen Feierlichkeiten dabei sein – auch privat können wir etwas arrangieren. Die Losarfeierlichkeiten können gut ein Hauptgrund für eine Winterreise nach Ladakh sein.

 

Weihnachten, Ostern usw.

Durch erfolgreiche Missionierung gibt es viele ChristInnen in Indien, die selbstverständlich auch die christlichen Feiertage wie Weihnachten und Ostern feiern. Das ist besonders deutlich in der christlichen Hochburg Nagaland. Prinzipiell ist der internationale Trend zu Christbaum und Weihnachtsmann-Figuren im öffentlichen Raum überall sichtbar geworden. Allerdings ist es in den meisten Gegenden Indiens recht warm bis heiß so dass es ein europäisches Weihnachtsgefühl nicht einfach hat.