ÜBER DAS FLEXIBLE REISEN

 

… und etwas Reiseglück

 

Haarschneidezeremonie im Somnath Tempel - Rajasthan

 

Als wir aufwachten, ahnten wir nicht, was uns dieser Tag an Erlebnissen bringen würde. Als wir abends ins Bett fielen, waren wir voll von unerwarteten Erlebnissen. Dabei befanden wir uns doch auf einer Reise mit einem festen Tourplan. Wie konnte das passieren?

 

Egal ob Gruppenreise oder Individualreise – alle unsere Reisenden starten mit einem Tourplan, wo die täglichen Stationen und Aktivitäten aufgelistet sind. Diese sehen wir allerdings eher als Vorschläge an. Und wenn sich vor Ort herausstellt, dass die Reisenden nach den vielen Klöstern und Palästen doch etwas müde davon sind, der/die Guide etwas zeigen möchte, wovon wir nicht wussten, dass es existiert, etwas Besonderes statt findet oder oder oder – dann freuen wir uns, wenn das vorgeschlagene Programm umgeworfen wird!

 

So geschah es auch letztens…. Wir waren in Südrajasthan unterwegs. Auf dem Tourplan waren 2 Tage für das Baneshwar Festival vorgesehen. Ich stellte es mir so groß und bunt und vielfältig vor, dass man sicherlich 2 Tage bräuchte, um alles zu sehen. Der Guide sagte, dem sei nicht so und 1 Tag würde genügen – und zwar der 2., welcher auch der letzte Tag des Festivals sein würde. Verpassensangst! Sollten wir uns auf seinen Vorschlag einlassen? Oder wären wir am Ende des Baneshwar-Tages ärgerlich, weil es doch schöner gewesen wäre, 2 Tage dort zu verbringen?

 

Wir entschieden uns für den Guidevorschlag, der uns zuerst zu einem Tempel bringen würde. Was danach noch auf seinem Plan stand, haben wir vergessen, da alles anders kam als gedacht. Und zwar viel besser! Wir fuhren also zum Somnath-Tempel. Er ist eine Nachbildung des originalen Somnath-Tempels in Gujarat, welcher bei Eroberungen oft zerstört wurde. Dieser nicht.

 

Somnath Tempel in Süd-Rajasthan
Somnath Tempel in Süd-Rajasthan

 
Er war recht gut besucht mit vielen Leuten. Ein Priester zerstieß etwas und machte daraus eine Paste. Die Frau, für die es war, trug sehr interessanten Zehenschmuck – und so kamen wir in Kontakt.

 

BesucherInnen des Somnath-Tempels
BesucherInnen des Somnath-Tempels

 

Pastenherstellung im Somnath-Tempel
Pastenherstellung

 

Zehenschmuck in Süd-Rajasthan
Zehenschmuck

 

Eine größere Gruppe Leute war offensichtlich dabei, ein größeres Ereignis zu zelebrieren. Es war eine

Haarzeremonie

 Der älteste Junge bekommt in einem bestimmten Alter an einem astrologisch vorhergesagt günstigen Tag alle Haare geschoren. Wir bekamen auch gleich die ganze Geschichte erzählt. Das Paar litt seit 18 Jahren unter Kinderlosigkeit. Was für ein Unglück! Sie beteten hier, baten dort um Hilfe – und was genau gewirkt hat, sagten sie nicht, aber es wirkte: Mädchenzwillinge! Und das Wunder ging weiter: noch ein Mädchen. Und das Wunder hörte nicht auf: wieder Zwillinge – diesmal ein Junge dabei. Nach der ersten Geburt spendete die Familie schon eine große Summe aus Dankbarkeit an den Tempel.

 

Die Haarzeremonie wird nur beim erstgeborenen Jungen zelebriert. Und nun war es soweit. Offensichtlich unbegeistert ließ der Junge alles stoisch über sich ergehen. 

 

Vor der Haarschneidezeremonie
Vor der Haarrasurzeremonie – die Mama in gelb, die mittlere Schwester neben ihr und vorne am Rand die Zwillingsschwester

 

Haarrasur
Haarrasur

 

geschorener Junge
Das Werk ist getan

 

Glücklich sah der Junge nicht aus – dabei sollte er noch lauter Geschenke einsacken dürfen. Seine Zwillingsschwester bekam dagegen – nichts. Und wir wurden zum Mittagsfestschmaus eingeladen. Aber es war noch früh und wir wurden auch noch von 2 anderen Männern angesprochen. Sie sind Lehrer in einer Dorfschule und fahren wöchentlich einmal vor Unterrichtsbeginn beim Tempel vorbei. Sie würden sich riesig freuen, wenn wir ihre Schule besuchen würden! Wer kann da schon ablehnen? Und so folgten wir ihnen zuerst in die

Schule

Schule in Süd-Rajasthan
Schule in Süd-Rajasthan

Es ist eine öffentliche Schule, die uns recht gut aussah. Viele Lehrkräfte anwesend, einige offensichtlich sehr gut gebildet. Eine gute Mittagsmahlzeit wurde vorbereitet. Stimmung sehr nett. Und sie haben auch einen Starschüler, der uns sogleich präsentiert wurde. Die Kinder sind fast alle Tribal-Kinder (überwiegend Ahari). Einige besuchen sehr regelmäßig die Schule, andere dagegen nicht. Die bekamen wir danach zu sehen. 250 Kinder gehen auf die Schule und haben 12 Lehrkräfte, die sie bis zur 10. Klasse unterrichten. Es gibt keinen Schulbus und so haben einige Kinder weite Schulwege in der rar besiedelten Umgebung.

 

Vorbereitung des Mittagsmahls in der Schule
Vorbereitung des Mittagsmahls in der Schule

 

Starschüler
Starschüler

Dann erlebten wir noch einen kurzen Sandsturm und einige Mädchen sangen uns ein Lied.

 

Sandsturm
Sandsturm

 

Singende Mädchen
Singende Mädchen

 

In Begleitung des Starschülers und eines Lehrers besuchten wir 2 Gehöfte nebenan. In dem ersten wohnten eine vielköpfige Familie. Kinder im Schulalter spielten herum. Ein Mann fertigte aus abgelegten Kleidungsstücken Seile. Auch hier gab es interessanten Schmuck zu sehen.

Seilmacher
Seilmacher
Beschmückte Maischapatis backende Frau
Beschmückte Maischapatis backende Frau
Hauseingang
Hauseingang

 

Nebenan wohnte die Familie des Starschülers. Sie waren eine eher kleinere Familie mit einigen Ziegen.

 

Starschülerfamilie
Starschülerfamilie

 

Ziegenpferch
Ziegenpferch

 

Wir verließen die netten Menschen und machten uns auf den Weg zum

Mittagsmahl

der Haarschurzeremonie-Familie. Sie war überglücklich und lumpte nicht, ihre Freude zu teilen. Das ganze Dorf war eingeladen und bekam eine gute Mahlzeit.

Ess-Zelt
Ess-Zelt

 

Die sah optisch nicht so super aus, schmeckte aber hervorragend. Besonders lecker war das in Öl frittiertes Brot: Bafla. Hier gibt es Infos zu Dal Bafla.

 

Dal Bafla und ein Laddu
Dal Bafla und ein Laddu

 

Zerschneiden der Bafla-Laibe
Zerschneiden der Bafla-Laibe

 

Frittieren des Bafla
Frittieren des Bafla

 

Die ganze Schule war auch eingeladen

Schulkinder
Schulkinder

 

Noch ein letztes Beisammensitzen mit den Frauen

Frauen in Südrajasthan
Frauen in Südrajasthan

und dann verließen wir die netten Menschen. Wir bedankten uns bei uns selber, dem Vorschlag des Guides gefolgt zu sein. Und ihm, dass er bereitwillig den aufgetanen Chancen folgte. Wann sonst bekommt so einen guten Einblick in das indische Leben?

 

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